Frankfurt
Banken Stadt



Frankfurt: Stadt der Finanzen und Wirtschaft
Fotograf: Holger Ullmann  Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main Warum der Wirtschaftsstandort Frankfurt so bedeutend ist, verrät ein Blick auf die statistischen Kennzahlen: Bei ca. 660.000 Einwohnern bietet Frankfurt 588.00 Arbeitsplätze in rund 35.000 Unternehmen. Die Arbeitsplatzzentralität der Stadt spiegelt sich in den ...

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.... 388.000 Pendlern pro Tag wider und die Arbeitslosenquote liegt unter dem Bundesdurchschnitt. Jährlich wird hier eine Bruttowertschöpfung von 48,9 Milliarden Euro erwirtschaftet, von dem lediglich 16% auf das produzierende Gewerbe und 84% auf den Dienstleistungssektor entfallen (Stand: 2006). Zahlreiche große und kleine Unternehmen aus den unterschiedlichsten Dienstleistungsbranchen zeichnen sich für Frankfurts Ruf als serviceorientierte Wirtschaftsmetropole verantwortlich. Das dominante Volumen des Dienstleistungssektors basiert aber vor allem auf der Tatsache, dass Frankfurt ein internationaler Finanzplatz ist.
Bankenmetropole Frankfurt

Dass Frankfurt Deutschlands Finanzplatz Nummer Eins ist, hat im Wesentlichen drei Gründe: Frankfurt ist Sitz der Europäischen Zentralbank und der Deutschen Bundesbank, verfügt über eine historisch gewachsene Rolle als Banken-, Börsen- und Messeplatz und ist zentral gelegen – in Deutschland und Europa. Hinzu kommt die exzellente Verkehrsanbindung der Stadt mit ihrem internationalen Flughafen, ihrem zentralen Personenbahnhof und einem Knotenpunkt des europäischen Autobahn- und Fernstraßennetzes.

218 Kreditinstitute haben ihren Sitz oder eine Niederlassung in Frankfurt, darunter 147 ausländische Institute aus über 40 Ländern: unter ihnen die größten Banken der Welt, wie etwa die Bank of America, die Citibank, die Chase Bank sowie American Express. Wichtige britische, französische, spanische und italienische Kreditinstitute sind ebenso in der Mainmetropole vertreten wie die bedeutendsten Geldhäuser Japans - nicht zu vergessen Banken aus dem Nahen Osten, Südamerika und Osteuropa. Selbstverständlich sind auch die zehn größten Geldhäuser Deutschlands in Frankfurt vertreten. Fünf haben hier sogar ihren Hauptsitz: die Deutsche Bank, die Dresdner Bank, die Commerzbank, die DG-Bank und die Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Ebenfalls in Frankfurt ansässig sind die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), gemeinnütziges öffentlich-rechtliches Kreditinstitut und Landesgirozentrale der Sparkassen für die Bundesländer Hessen und Thüringen, sowie die Landeszentralbank (LZB) und die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank für Hessen. Damit weist Frankfurt die größte Bankenkonzentration der Bundesrepublik auf.

Bereits im 19. Jahrhundert gab es in Frankfurt bedeutende Geldhäuser, die Europas Bankgeschäfte bestimmten. Zu ihnen zählten Namen wie Rothschild, Bethmann, Oppenheimer, Metzler, Hauck oder Goldschmidt. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 musste die Mainstadt ihre Rolle als führender Bankenplatz zwar an die Reichshauptstadt Berlin abgeben, doch nach dem zweiten Weltkrieg begann für Frankfurt eine Entwicklung, die der Stadt ihre Vormachtstellung im Bankengewerbe zurückgab. Am 01. März 1948 entstand durch gleichlautende Gesetze der amerikanischen und britischen Militärregierung die „Bank Deutscher Länder“, eine provisorische Notenbank, aus der am 25. Juli 1957 die Deutsche Bundesbank hervorging.

Sie ist die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland und hat bis heute ihren Sitz in Frankfurt am Main. Darüber hinaus hat die am 29.10.1993 getroffene Entscheidung der Europäischen Gemeinschaft, Frankfurt am Main zum Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) zu machen, entscheidend dazu beigetragen, dass die Stadt ihre Position als führendes deutsches Finanzzentrum behaupten und weiter ausbauen konnte.

Heute werden ein Viertel des gesamten deutschen Bankgeschäfts und rund die Hälfte des Geld- und Kapitalverkehrs der Bundesrepublik mit dem Ausland in Frankfurt getätigt. Über 72.000 Menschen arbeiten im Bankgewerbe; das sind mehr als 12 Prozent aller Arbeitsplätze in der Mainmetropole.

Die Nähe zur Notenbank hat der Deutschen Börse in Frankfurt eine überragende Bedeutung gesichert. Auf den hiesigen Standort der Deutschen Wertpapierbörse entfallen über 90 Prozent des gesamten Aktienhandels. Seit Einführung des elektronischen Handelssystems Xetra im Jahr 1997 ist der Parketthandel zunehmend durch dieses abgelöst worden. Rund 85 Prozent aller Aktienumsätze in Deutschland werden mittlerweile über das computergesteuerte System erzielt. Mehr als 185 Milliarden Euro laufen pro Monat über Xetra und das Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse. Rund 262 Teilnehmer mit 4.600 Händlern aus 18 Ländern sind an Xetra angeschlossen und handeln über Datenleitungen Aktien, Optionsscheine, Investmentfonds und Renten.

In Frankfurt sind rund 8.300 in- und ausländische Unternehmen notiert (Stand 2006). Die Geschichte der Frankfurter Börse reicht zurück bis ins 16. Jahrhundert: 1585 legten Kaufleute in Frankfurt feste Wechselkurse für verschiedene Geldsorten fest. Die Börsenversammlungen fanden anfangs noch im Freien, später im Haus Braunfels auf dem Liebfrauenberg statt. In den Anfängen der Börse wurden Geschäfte mit Wechselbriefen gemacht, gegen Ende des 18. Jahrhunderts handelte man auch mit Anleihen und Schuldscheinen. 1879 wurde das heute noch erhaltene, nach Kriegszerstörungen wiederaufgebaute Börsengebäude bezogen. Auch wenn zwischen Ende des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts die Reichshauptstadt Berlin der bedeutendste deutsche Börsenplatz war, behauptete die Frankfurter Börse ihre Stellung im internationalen Geschäft: Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Frankfurter Wertpapierbörse bereits im September 1945 wiedereröffnet - und als sich die deutsche Währung und Wirtschaft und als sich die deutsche Währung und Wirtschaft stabilisiert hatten, gewann auch die Börse ihre alte Bedeutung zurück.



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