Leipzig
Geschichte



Zentrum der Reformation und der Friedlichen Revolution
Christentum und Kirche sind in Leipzig wesentliche Faktoren des gesellschaftlichen Werdens. Bereits im 15. und 16. Jahrhundert war Leipzig für das geistige und wirtschaftliche Leben in Kursachsen von herausragender Bedeutung. Martin Luther weilte nachweislich siebzehnmal in der Stadt.

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In Leipzig fand die große Disputation statt, hier wirkte J. S. Bach 27 Jahre und hier begann auch die Deutsche Einheit

Martin Luther und die Leipziger Disputation
Als wichtigster Aufenthalt gilt seine Teilnahme an der Leipziger Disputation, die im Sommer 1519 in der Pleißenburg - auf deren Grundmauern sich heute das Neue Rathaus befindet - stattfand. Der Anlass war, dass Luther erlebt hatte, wie Christen es vorzogen, die vom Leipziger Dominikaner Johann Tetzel marktschreierisch ausgebotenen Ablasszettel zu kaufen, anstatt vor Gott reumütige Haltung einzunehmen. Mit Hilfe von 95 Thesen lud er deshalb zu einer wissenschaftlichen Disputation über den Ablass ein. Die Leipziger Theologische Fakultät wehrte sich anfangs gegen eine Disputation zwischen Luther und dem Ingolstädter Theologieprofessor Johann Eck. Herzog Georg von Sachsen erzwang jedoch gegen den Willen der Universität die Durchführung der Disputation. Am 29.6.1519 hielt Luther in der Hofstube der Pleißenburg eine Predigt, die vom Leipziger Buchdrucker Wolfgang Stöckel in fliegender Eile gedruckt wurde. 

Nach dem Tod von Herzog Georg wurde mit Predigten zum Pfingstfest 1539 die Reformation in Leipzig eingeführt. Am 12.8.1545 weihte Luther die alte Dominikanerklosterkirche St. Pauli als evangelische Universitätskirche ein. Erst die öffentlich geführte Disputation und Luthers zahlreich in Leipzig gedruckte Schriften haben vielen Menschen bewusst gemacht, dass das Mittelalter zu Ende war und dass eine neue Zeit begonnen hatte, die den freien Menschen braucht. 

Eine steinerne Gedenktafel kennzeichnet jene Stelle in der Hainstraße, an der seinerzeit das “Haus zum Birnbaum” gestanden hat. Im Wohnhaus des Druckers Melchior Lotter – der u.a. Luthers 95 Thesen sowie dessen wichtigen “Sermon von dem Ablass und der Gnade” druckte - wohnten Martin Luther und Philipp Melanchthon während der Tage der Disputation. 

Leipzig war für den Fortgang und die Stabilisierung der Reformation von besonderer Bedeutung, denn von der berühmten Buch- und Verlagsstadt aus wurden Luthers Schriften sowie zahlreiche evangelische Gesangsbücher in hoher Auflage verbreitet. Allein bei Melchior Lotter erschienen zwischen 1517 und 1520 weit über 40 Druckwerke des Reformators. Für die Nikolaikirche wurde 1521 eine spätgotische Kanzel geschaffen, die man “Luther-Kanzel” nennt, obwohl der Reformator nie auf ihr stand, sondern hier nur in seinem Geiste gepredigt wurde. 

Die Bedeutung der Thomaskirche - das Wirken von
Luther und Bach

Den engsten Bezug zu Luther hat jedoch die Thomaskirche. Am 27.6.1519 begann hier die Leipziger Disputation mit einem Gottesdienst, an dessen Gestaltung die Thomaner unter ihrem Kantor Georg Rhaw mitwirkten. Mit seiner Pfingstpredigt in der Thomaskirche am 25.5.1539 führte dann Martin Luther die Reformation in Leipzig ein. Im Innern der Kirche erinnert eine Bronzetafel an dieses bedeutsame Ereignis. Die Kirche erhielt im Gefolge der Reformation ihr heutiges Aussehen. Beim Umbau der Kirche Ende des 19. Jahrhunderts wurden in der Südwand farbige Glasfenster eingefügt. Eines davon zeigt Martin Luther. 

Ein weiteres Fenster würdigt den Thomaskantor Johann Sebastian Bach, dessen Wirken mit dem – seit der Reformation städtischen - Thomanerchor entschieden zur Entwicklung protestantischer Kirchenmusik beigetragen hat. Bach wirkte 27 Jahre in Leipzig und schrieb hier seine wichtigsten Werke. Sein Grab befindet sich im Altarraum der Thomaskirche. Jeden Freitag (18 Uhr) und Samstag (15 Uhr) finden in der Thomaskirche Motetten statt. 

Leipzig und die Friedliche Revolution
Ganz aus diesem lutherischen Geist heraus erfuhr die Welt 1989 aus Leipzig, dass wiederum eine neue Zeit beginnt. Als am 9.10.1989 über 70.000 Bürger auf dem Leipziger Ring gegen das Regime der SED protestierten und Reformen einforderten, war der Damm gebrochen. Die 8.000 Mann starken Sicherheitsorgane standen nicht nur einigen “Rädelsführern” gegenüber, die von “imperialistischen Kreisen” gesteuert wurden, sondern breiten Teilen der Bevölkerung. Dadurch wurden die geplanten Abwehrmaßnahmen zur gewaltsamen Auflösung der Montagsdemonstration undurchführbar. 

In den Folgemonaten versuchte die SED vergeblich, die Menschen von der Straße wegzuholen. Die Leipziger Bürger, die 1989 nach den traditionellen Friedensgebeten von Pfarrer Christian Führer in der Nikolaikirche anfangs zu Hunderten, später zu Hunderttausenden auf den Leipziger Innenstadtring zogen, gaben sich nicht mit kosmetischen Veränderungen zufrieden. Als sich 1982 die ersten Gläubigen zu den Friedensgebeten in der Nikolaikirche eingefunden hatten, ahnte noch niemand, dass diese Treffen der Beginn einer Revolution sein sollten, die es bis dahin noch nicht gegeben hatte. Mit ihrem Mut, ihrem festen Willen und ihrem Verzicht auf Gewalt haben die Leipziger Montagsdemonstranten Geschichte geschrieben. 

Die erregenden Bilder von den “Montagsdemos” im Herbst `89 gingen um die ganze Welt. Entschlossene Menschen riefen “Keine Gewalt” und “Wir sind das Volk”. Sie forderten demokratische Grundrechte in einer verkrusteten Gesellschaft ein. Leipzig – das Stiefkind des DDR-Staates – hatte mit friedlichen Mitteln seine Sprache wiedergefunden. Der Grundstein für die deutsche Wiedervereinigung war gelegt. 

Reformation und Friedliche Revolution – Spuren in Leipzig
In keiner anderen Stadt kann man diesen Teil der Geschichte intensiver nacherleben, wie in Leipzig, Mit der Nikolaikirche – in der Pfarrer Führer noch heute zündende Predigten hält - dem Museum an der “Runden Ecke” (Ausstellung außergewöhnlicher Objekte in den Originalräumen der Staatssicherheit) sowie dem Zeitgeschichtlichem Forum Leipzig (Dauerausstellung zur Geschichte des Widerstands gegen die Diktatur) verfügt Leipzig über einzigartige authentische Zeugnisse der Geschichte. Wer den Puls dieser Stadt hautnah fühlt, versteht auch, warum es die weltoffenen Leipziger waren, die den Grundstein für die gesellschaftlichen Veränderungen legten. In Leipzig kann man nicht nur das Halbdunkel der Geschichte besichtigen, sondern auch begreifen, was aus großen Ideen und Handlungen geworden ist.

Unter dem Titel “Das unbekannte Leipzig – Vielfalt der Konfessionen” bietet die Leipzig Erleben GmbH einen speziellen Stadtrundgang an. Er führt zu den vergangenen Stätten des Glaubens in der Innenstadt sowie zu sakralen Einrichtungen in der Umgebung. Bei der Führung folgt man den Spuren ehemaliger Klöster, Kapellen und Kirchen und erfährt Wissenswertes über den Alltag von Nonnen und Mönchen. 

Der Rundgang “Der Herbst `89 in Leipzig” macht die Interessenten mit den Brennpunkten des damaligen Geschehens vertraut. Er folgt den Spuren der mehreren hunderttausend Demonstranten, die im Herbst `89 Montag für Montag für eine gerechte Gesellschaft und freie Meinungsäußerung um den Leipziger Ring marschierten. - Gebucht werden können die Rundgänge bei: Leipzig Erleben GmbH, Tel. 0341/7104-230.


weitere Infos:
Tourist-Information
Katharinenstraße 8 
D-04109 Leipzig
Tel.: +49 (0)341 7104-260 u. 265
Fax: +49 (0)341 7104-271 u. 276
E-Mail: Info@LTM-Leipzig.de
Internet: www.leipzig.de; www.ltm-leipzig.de

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