Überfüllte Hotspots? 5 Geheimtipps für London für einen spannenden Aufenthalt

Die Millionenmetropole an der Themse gehört zu den beliebtesten Reisezielen Großbritanniens. Über die bekannten Sehenswürdigkeiten der Metropole könnten Schreiber wahrscheinlich ganze Bücher füllen. Doch was, wenn die bekannten “Hot Places” wie der Big Ben oder der Buckingham Palace einfach überlaufen sind? Glücklicherweise gibt es in der englischen Stadt auch Ecken, die weniger bekannt und ebenso schön sind. Wir zeigen Ihnen sehenswerte Geheimtipps in London, die weit mehr als nur Plan B auf Ihrer Sightseeing-Tour sein sollten.

1. Panoramablick über London genießen


Einheimische und Touristen lieben den Panoramablick über die Acht-Millionen-Einwohner-Metropole. Oftmals können Touristen bereits bei einer mehrstündigen Stadtrundfahrt einen Blick auf die wichtigsten Gebäude und Sehenswürdigkeiten erhaschen. Genauso schön wie eine informative Rundfahrt mit einem Hop-on/Hop-off-Bus in London Bus ist ein ganzheitlicher Ausblick auf die Stadt.

Dafür müssen Sie jedoch keineswegs tief in die Tasche greifen. Denn ein paar Ausblicke gibt es vollkommen umsonst! Etwa in der bekannten Tate Modern Galerie. Ihr Café bietet Zugang zu einer spektakulären Aussichtsterrasse, von der aus Sie die Skyline Londons genießen. Davor oder danach können Kunstliebhaber das ebenfalls kostenlose Tate Modern Museum besuchen. Eine ebenfalls kostenfreie Aussicht über die Metropole ermöglicht der Sky Garden. Hinter einer riesigen Glaswand erblicken Sie die facettenreiche Stadt und können zudem den höchstgelegenen Garten Großbritanniens besichtigen.

An einem weiteren, tollen Aussichtspunkt gehen die meisten Touristen einfach vorbei. Die Rede ist vom “Monument”, einer 61 Meter hohen Säule. Sie liegt im Herzen der Metropole und offenbart ihre Besonderheit erst beim genauen Hinsehen. Obwohl Millionen Menschen London als ihre Lieblingsstadt ansehen, haben Sie von manchen Details keine Kenntnis. Auch nicht von dem kleinen Eingang, der auf der Rückseite des Bauwerks einen Zugang zur Wendeltreppe offenbart. Über 311 Stufen führen dahinter bis nach oben. Nachdem Sie die beeindruckende Aussicht genossen haben, bekommen Sie sogar eine Urkunde fürs Treppensteigen.

2. Versteckte Bars entdecken


Wollten Sie schon immer in das geheime Londoner Nachtleben eintauchen? Dann beginnen Sie den Abend in versteckten Bars, die nicht so einfach zu finden sind wie die Hotspots. Die “Lounge Bohemia” im Stadtteil Shoreditch etwa gehört zu den absoluten Geheimtipps in Sachen Bars. Zwischen einem Restaurant und einem Kiosk gelegen, schaut die Bar mit ihren wenigen Sitzplätzen zunächst nicht spektakulär aus. Doch der äußere Eindruck täuscht, denn hier bekommt man eine extravagante Cocktail-Auswahl angeboten. Dann müssen Sie nur noch entscheiden, ob Sie blubbernde Cocktails oder solche, die in Gummibärchen serviert werden, probieren möchten.

Ebenfalls ein echtes “Juwel” ist die viktorianische Kellerbar “Nine Lives”. Sie bietet köstliche Cocktails in einem gemütlichen Ambiente an. Auch für musikalische Untermalung ist gesorgt, sodass ein unvergesslicher Abend garantiert ist. Falls Sie im wortwörtlichen Sinne des Wortes geheime Orte mögen, sollten Sie einen Blick in das “Evans & Peel” riskieren. Hier gelangen Sie über eine Falltür in das “Privatbüro” eines Detektivs. Keine Sorge, es handelt sich um eine dunkle Kneipe, die schmackhafte Getränke wie Bier, Tees und Cocktails anbietet. Falls Sie einen waschechten englischen Pub besuchen möchten, ist der “The Ship and Shovell” zu empfehlen. Dieser befindet sich ganz unauffällig in einer beschaulichen Seitenstraße nahe der Kreuzung Charing Cross. Das Beste an diesem Pub ist neben dem eisgekühlten Bier das charmante Kaminzimmer im Obergeschoss.

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3. Coole Märkte besuchen


Jeder kennt mittlerweile den Camden Market, der folglich kein Geheimtipp mehr ist. Darüber hinaus gibt es noch andere schöne Märkte, deren Besuch sich lohnt. Alle können hierbei nicht genannt werden, jedoch ist der Leadenhall Market hervorzuheben. Dieser überdachte Markt beeindruckt mit seiner Vielseitigkeit. In der Halle können Sie neben Lebensmitteln auch Weine oder Blumen erwerben sowie in Restaurants einkehren. Auch “Harry Potter”-Fans kommen hier auf ihre Kosten, da Teile des ersten Films hier gedreht wurden. Wer Blumen mag, sollte sonntags die Columbia Road besuchen. An diesem Wochentag verkaufen Händler auf dem Flower Market bunte Blumen, schönen Schmuck und Kunstwerke. Um die volle Pracht der Blumen zu genießen und eine große Auswahl zu haben, ist eine frühzeitige Ankunft vor 8 Uhr morgens anzuraten.

4. Interessante Geschäfte erkunden

In London gibt es viele interessante Geschäfte. Auch solche, die eher von Einheimischen besucht werden und bei Touristen weniger bekannt sind:

  • Bücherwürmer dürften im “Bookmongers” entspannte Lesestunden verbringen. In diesem Second-Hand-Laden trifft sich zudem Londons Kreativszene. Fernab der großen Ketten können Sie sich hier bei einem Plausch sogar ganz persönlich mit dem Besitzer austauschen. Der Buchladen in Brixton öffnet von Montag bis Samstag zwischen 10:30 und 18:30 Uhr.
  • Ein Besuch im nachhaltigen Buchladen lässt sich prima mit einem Abstecher ins “Pop Brixton” verbinden. In dem Viertel, in dem sich die jamaikanische Community heimisch fühlt, liegt auch ihr Herzensprojekt: Ein großer Pop Store, in dem es Bars, Boutiquen, Restaurants und mehr gibt. Eine tolle Möglichkeit zum entspannten Schlendern, bei der Sie gleichzeitig den Vibe des Viertels spüren.
  • Kunstbegeisterte “verirren” sich gerne im "God's own Junkyard", einer sehenswerten Neon-Kunstgalerie. Obwohl das alte Lagerhaus äußerlich unscheinbar wirkt, hat es sein Innerstes in sich. Sie erblicken kitschige Neonreklamen, soweit das Auge reicht. Die Schätze aus vergangenen Zeiten stammen aus der privaten Sammlung des Künstlers Chris Bracey. Einst wurden sie sogar für Hollywoodfilme und als Sexshop-Beleuchtung verwendet.

5. Auf Londons mysteriösen Friedhöfen wandeln


Wer auch vor gruseligen Geheimtipps nicht zurückschreckt, sollte die mystische Seite der Stadt entdecken. Allem voran die Londoner Friedhöfe, auf denen Berühmtheiten ihre letzte Ruhestätte finden. Eine Sonderrolle nimmt der nordöstlich gelegene Highgate Cemetery ein. Nicht umsonst gilt der bekannteste Friedhof der Stadt als Grabstätte der Reichen: Begraben sind hier sowohl Karl Marx als auch Schriftsteller Georg Eliot. Während der Ostfriedhof immer geöffnet hat, ist der westliche Teil nur bei Führungen am Wochenende öffentlich zugänglich.
 
Eine Spur morbider als der berühmte viktorianische Friedhof ist der Friedhof Cross Bones. Genau genommen ist dieser ein öffentlich zugänglicher Garten, in dem Grabdenkmäler und bunte Totenköpfe angeschaut werden können. Anders als anderen Friedhöfen haftet dem Crossbones Graveyard nochmals eine besondere Atmosphäre an. Denn hier liegen Personen, denen ein geweihtes Begräbnis einst verwehrt blieb: Prostituierte, Pestopfer und arme Seelen. Ein mystischer Ort voller Ruhe, an dem Religionen und Standeszugehörigkeit keine Rolle spielten.

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