Macau im Wandel: Tradition, Luxus und moderne Unterhaltung
Cotai Strip und die neue Resort-Meile
Die meisten Reisenden kommen wegen genau dieser Resort-Welt. Der Cotai Strip, ab 2003 systematisch zwischen den ehemaligen Inseln Taipa und Coloane aufgeschüttet, sollte eine asiatische Antwort auf Las Vegas sein. Dass Macau das amerikanische Vorbild im Tourismusumsatz seit 2006 dauerhaft überholt, gehört eher zu den weniger bekannten Statistiken der globalen Tourismuswirtschaft. Wer die Resorts heute betritt, etwa das Venetian Macao mit seiner überdachten Canale-Grande-Replik samt singender Gondolieri oder das Wynn Palace mit der Seilbahn über dem eigenen See, versteht schnell, warum sich diese Welt nicht durch ihre Größe definiert, sondern durch eine Form kontrollierter Übertreibung.
Diese inszenierte Welt funktioniert architektonisch präzise. Die Innenhimmel der Galerien sind so kalibriert, dass sie unabhängig von der Tageszeit konstantes Licht erzeugen. Manche Unterhaltungsformate, die hier seit Jahren das Bild prägen, sind in den europäischen Online-Bereich migriert. Wer Merkur Slots spielen möchte, findet die digitalen Varianten heute auf den großen deutschen Plattformen. Am frühen Morgen sind die Promenaden im Cotai leer und der Wassertaxi-Verkehr zeigt eine ruhige Seite Macaus.
Koloniales Erbe und kulturelle Wurzeln
Wer Macau wirklich kennenlernen möchte, beginnt am Largo do Senado, dessen wellige Mosaikböden von der portugiesischen Präsenz seit 1557 erzählen. Wenige Schritte weiter führen die Steinstufen hinauf zu den Ruinen der Pauluskirche, der ikonischen Fassade einer 1602 errichteten Jesuitenkirche, die nach einem Brand 1835 nur als steinernes Skelett zurückblieb und längst zum Wahrzeichen geworden ist. Im Süden der Halbinsel wartet der A-Ma-Tempel aus dem 15. Jahrhundert, der älteste Sakralbau der Stadt und jene Anlage, die der Region ihren Namen gegeben haben soll: Aus „A-Ma-Gao", wie die portugiesischen Seefahrer den Hafen einst nannten, wurde mit der Zeit Macau.
Das eigentliche Herz des kolonialen Erbes schlägt jedoch noch ein Stück südlicher, in Coloane. Dieses kleine Dorf am Ende der Insel, pastellgelb getünchte Häuser, schmale Gassen, die Kapelle São Francisco Xavier von 1928, ist das, was vom alten Macau übrig geblieben ist. Nicht als Museum, sondern als bewohnter Ort. Hier wird mit Patuá noch immer eine sino-portugiesische Kreolsprache gesprochen, die heute auf der UNESCO-Liste der gefährdeten Sprachen steht und nur noch von wenigen Hundert Menschen aktiv beherrscht wird. Diese Mischung aus Kolonialgeschichte und lokaler Eigenart ist einer der Gründe, warum Macau als Reiseziel zunehmend im Trend liegt, gerade bei europäischen Reisenden, die eine asiatische Destination mit europäischen Wurzeln suchen.
Kulinarische Vielfalt zwischen Ost und West
Ein wesentlicher Teil dessen, was Macau ausmacht, lässt sich nur am Tisch verstehen. Die makanesische Küche zählt zu den ältesten Fusionsküchen der Welt: Über vierhundert Jahre haben sich hier portugiesische, kantonesische, malaiische und indische Einflüsse zu einem unverwechselbaren Stil verbunden. Galinha à Africana, ein gegrilltes Hühnchen mit Kokos- und Erdnusssauce, geht auf die Routen portugiesischer Seefahrer entlang Afrikas zurück und wird heute in den traditionellen Restaurants Coloanes ebenso serviert wie in den Sterneküchen am Cotai Strip. Dazu kommen Minchi, ein Hackfleischeintopf mit Kartoffelwürfeln, oft als makanesisches Nationalgericht bezeichnet, oder Bacalhau in unzähligen lokalen Variationen.
Wer Süßes bevorzugt, kommt an den Pastéis de Nata nicht vorbei. Lord Stow's Bakery in Coloane Village zählt zu den berühmtesten asiatischen Adressen für die kleinen Blätterteigtörtchen mit Eiercreme, gegründet 1989 vom britischen Pharmazeuten Andrew Stow, der das Lissaboner Originalrezept eigens für Macau abwandelte und damit eine eigene asiatische Variante des Klassikers begründete. Wer es opulent mag, reserviert in einem der Sternerestaurants des Cotai Strip: Robuchon au Dôme im Grand Lisboa und das Wing Lei Palace im Wynn Palace führen den Michelin-Guide für Macau seit Jahren an. Auf der Rua do Cunha im alten Taipa-Dorf reihen sich tagsüber die Stände mit Mandelplätzchen, Schweinefleisch-Jerky und süßem Eiergebäck.
Moderne Unterhaltung jenseits der Resorts
Macau hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten viel investiert, um seinen Ruf als reines Resort-Ziel hinter sich zu lassen. Die wohl bekannteste Bühnenproduktion der Stadt, „The House of Dancing Water", wurde 2010 eröffnet und kehrte 2024 nach pandemiebedingter Pause in das eigens dafür gebaute Theater im City of Dreams zurück. Die Inszenierung arbeitet mit Akrobatik, hydraulisch hebbaren Wasserbühnen und Pyrotechnik und sucht international ihresgleichen.
Doch das Programm der Halbinsel reicht weit über eine einzelne Show hinaus. Wer Macau jenseits der großen Resorts erkunden möchte, findet eine bemerkenswerte Bandbreite an Attraktionen:
- Macau Tower, ein 338 Meter hoher Aussichtsturm mit Glasboden und dem höchsten kommerziellen Bungee-Sprung der Welt aus 233 Metern
- Macao Science Center, ein 2009 von Pei Partnership Architects entworfener Bau mit kegelförmiger Silhouette, Planetarium und 3D-Kuppel
- Grande Prémio de Macau, ein Stadtkurs-Rennen seit 1954, das jeden November Tourenwagen, Motorräder und Formel-3-Fahrzeuge auf den Guia Circuit schickt
- Wander- und Spazierwege auf Coloane rund um Hac-Sa-Strand und die Statue der Göttin A-Ma als ruhiger Naturkontrapunkt zu den Resorts
- Macanese Living Museum in den restaurierten Taipa Houses mit nachgestellten Wohnräumen zur portugiesisch-chinesischen Mischkultur
Eine Halbinsel, zwei Tempi
Wer eine Woche in Macau verbringt, hat danach nicht das Gefühl, eine einzelne Stadt gesehen zu haben, sondern eher zwei, die sich denselben Boden teilen. Vormittags verläuft man sich in den engen Gassen rund um den A-Ma-Tempel; abends sitzt man in einem Theater, in dem ein dreimastiges Schiff aus dem Bühnenboden auftaucht. Wer sich an einem Sommerabend gegen sieben am Largo do Senado aufhält, hört aus den umliegenden Wohnhäusern manchmal das vertraute Klacken von Mahjong-Steinen, ein Geräusch, das diese Stadt in einem einzigen Detail zusammenfasst. Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten finden Reisende auf der Seite des offiziellen Tourismusbüros von Macao. Genau diese Gleichzeitigkeit verschiedener Tempi und Epochen ist es, was Macau von vergleichbaren Reisezielen unterscheidet.