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Irische Inseln: Schätze im Atlantik © discoverirland
Irische Inseln: Schätze im Atlantik

Die Inseln rund um die Insel waren früh schon besiedelt, sind wild und bieten Panoramen und Klippenformationen von großer Wucht und Einsamkeit. Nach Great Island in der Bucht von Cork, nach Achill Island und Valentia an der Westküste führen Brücken. Die Bewohner von Dursey nutzen eine zum Festland gespannte Seilbahn. Alle anderen sind per Boot von vielen Häfen leicht zu erreichen. Und jede fesselt den Besucher auf ihre ureigene Weise.

Achill Island, County Mayo
Der westlichste Flecken Europas vor der Küste von County Mayo ist über eine Landbrücke zu erreichen. Und wie schon Heinrich Böll in seinem Irischen Tagebuch verzeichnete, gelangt man hier in eine andere Welt. Achill ist außergewöhnlich in vieler Hinsicht. Hohe Berge wie der Minaun, Croaghaun und Slievemore, einige der höchsten Klippen in Irland, traumhafte Strände wie die weite Sandsichel der Keel Beach und das von bizarren Felsen umrahmte Rund der Dooega Beach gestalten die Insel zum Wanderparadies. Wilde Schönheit birgt der schwindelerregende Atlantic Drive über tiefen Klippen. Und das verlassene, nur noch als Gerippe erkennbare Cottagedorf  Deserted Village an den windgezausten Hängen des Slievemore hat Heinrich Böll zu einem der stärksten Kapitel seines Buches inspiriert. Der touristische Hauptort Keel bietet zu alledem eine Reihe freundlicher Hotels, nette Cafés, Restaurants, Shops und das legendäre Pub Minaun View. Neu entwickelt ist der Great Western Greenway mit einer 42 Kilometer langen Radfahrstrecke.
                       
Aran Islands - Inishmore, Inisheer and Inishman, County Galway
In der Bucht von Galway liegen die aus Kalkstein geformten drei Diven der Irischen Inseln:  Inishmore, Inishmaan und Inisheer sind zusammen als Aran Islands in viele Geschichten eingegangen. Sie sind Bastionen der gälischen Sprache, Kultur und Musik, jede hat ihre ureigene Atmosphäre, und ihre Bewohner sind großartige Storyteller. Legionen von Künstlern, Schriftstellern und auch Filmemacher haben sich vom zeitlosen Charakter der Inseln, den grafischen Labyrinthen aus Steinmauern, den mysteriösen historischen Monumenten und den vielen phantastischen Ausblicken auf den endlosen Ozean inspirieren lassen. Und auch ihre Besucherzahl ist Legion, sodass die Insulaner zweitweise sogar um Verschonung vom Tourismus gebeten haben. Denn das Elixier dieser Inseln an der letzten Kante Europas sind ihre friedvolle natürliche Stille und die Langsamkeit des Tageslaufs. Nächtliche Musiksessions, lebendige Tanztradition und Kunsthandwerk sind unnachahmlicher Bestandteil des Insellebens.
 
Arranmore Island
Die Insel mit dem gälischen Namen Árainn Mhór vor der Küste Donegals war seit prähistorischer Zeit besiedelt. Sie ist stündlich mit einer Fähre von Burtonport zu erreichen und dennoch ein verträumtes, herrlich friedvolles Fleckchen Erde geblieben. Von schönen Sandstränden führt ein markierter Wanderpfad ins steinige Inselinnere und auf den Gipfel des Inselberges. Gleißende See, scharfe Klippen, Felsenbögen und das Panorama der Festlandsberge und ein Blick von Glen Head bis Tory Island belohnen den Wandernden an klaren, oft in gelbes Licht getauchten Tagen, das nur in Donegal so übernatürlich erscheint. Zwei schmale Sträßchen queren die Insel bis zu einem wie ein Held in den Wind gestemmten Leuchtturm auf steilen Klippen über tosender See. Bis heute ist er einer der wichtigsten Posten, um viele Leben im transatlantischen Schiffsverkehr zu bewahren. Dörfliche Pubs, ein paar einfache Restaurants, etwas Livemusik und ruhige Abende am Torffeuer sind Unterhaltungskultur für Einheimische und Besucher.
                      
Bere Island
Bere Island liegt am Eingang zur Bay of Bantry mit dem Tiefseehafen Berehaven in West Cork. Wegen ihrer günstigen Lage war sie früh besiedelt und kann heute mit archäologischen Stätten von der Bronzezeit bis ins Mittelalter trumpfen. Die Bewohner sind extrem stolz auf ihre Insel und haben eine ganze Reihe von touristischen Angeboten organisiert, die die Insel zu einem einladenden Ausflugsziel gemacht haben. Hohe Klippen, Steinstrände mit glasklarem Wasser, kleine Häfen und romantische Lichtverhältnisse bieten Wanderern, Radfahrern, Angel- und Kulturfreunden ruhige und beschauliche Abwechslung vom Alltagsleben. Und Gastfreundschaft wird groß geschrieben.
           
The Blasket Islands County Kerry
Die Inselgruppe liegt sechs Kilometer unterhalb des westlichsten Fingers der Dingle Peninsula. Die größte unter ihnen, The Great Blasket, oder An Blascaod Mór, wurde im Jahr 1953 von den letzten 22 Bewohnern aufgegeben. Zuvor hatte eine Gemeinde von 175 Menschen auf dem Eiland ausgeharrt, die sich jedoch durch Emigration immer mehr dezimierte. Und dennoch hat diese kleine Gemeinde literarischen Ruhm geerntet. Sie brachten die so genannten „Blasket Biographies“ hervor, 14 autobiografische Schriften in irischer Sprache über ihr nahezu als steinzeitlich empfundenes Leben. Die bekannteste Biographie der Schriftstellerin Peig Sayers, wird als Werk mit hochgradig reinem Irisch bewertet und wurde in viele Sprachen übersetzt. The Great Blasket ist bis heute unbewohnt und eine große Kolonie von Seehunden hat hier ihr Zuhause gefunden. Naturliebhaber können die Insel mit dem Boot erreichen, ihr archäologische Stätte besichtigen, picknicken und sogar wild romantisch über Nacht auf der Insel campen.
    
Cape Clear Island
Der südlichste bewohnte Flecken Irlands liegt acht Kilometer vor der Südwestspitze der Mutterinsel und ist eine Attraktion für Vogelfreunde mit einer ornithologischen Station. Die Besucher kommen aber auch wegen der Wale und Delfine vor der Küste, dem Blick auf den Leuchtturm von Fastnet Rock, und der religiösen Geschichte: Auf dem knapp fünf Kilometer langen Eiland wurde anno 352 St. Ciarán geboren, einer der frühen Heiligen des Landes. Auch die kleine Kirche aus dem 12. Jahrhundert trägt seinen Namen.
Cape Clear war das letzte Land, das die Titanic-Passagiere sahen und der Vorposten Europas für die Schiffe aus den USA. Deshalb wurden eilige Meldungen aus Amerika den Fischern von Cape Clear übergeben. Diese brachten sie zur Mutterinsel, von wo sie nach London gekabelt wurden.
 
Clare Island
Mit dem 457 Meter hohen Knockmore ist Clare weithin sichtbar. Die fruchtbare Insel liegt sechs Kilometer vor der Grafschaft Mayo im Westen. Über die Clew Bay hinweg öffnet sich der Blick auf das Festland und Irlands heiligen Berg, den Croagh Patrick. Wegen der unterschiedlichen Landschaftsformen und Vielzahl an Gesteinsarten gilt Clare als „Irland in Miniatur“. Die Insel war schon vor mehr als 5000 Jahren besiedelt. Ihre populärste Bewohnerin war Grace O’Malley, die „Piratenkönigin“ des 16. Jahrhunderts. Die Tochter des mächtigen Clanchefs Owen O’Malley residierte in einem dreistöckigen Festungsbau, dessen Ruine die Hauptsehenswürdigkeit der Insel ist. Die reiche, dreimal verheiratete Frau kommandierte mehrere hundert Männer unter Waffen. Grace soll in Clare Abbey begraben sein. Heute leben gut 150 Bewohner auf Clare Island und freuen sich, wenn Touristen etwas Abwechslung ins stille Dasein bringen.
          
Dursey Island
An Westcorks Küste ist sie die westlichste bewohnte Insel, weitab vom modernen Leben. Zu erreichen ist sie mit Irlands einziger Seilbahn, die 250 m über dem Meeresspiegel gespannt ist. Sie fasst sechs Personen oder ein großes Nutztier. Und hier lautet die Devise: no Pub, no Shops, no Restaurant. Aber dafür wilde Natur.
    
Sherkin Island
Läge Sherkin im Mittelmeer, wäre es wegen seiner weißsandigen Strände längst ein Touristendorado. So aber blieb das Eiland ein beschaulicher Flecken vor der Küste von Baltimore, County Cork. Die Fährfahrt dauert nur zehn Minuten.
Die Hauptattraktionen sind die von Efeu überwucherte Burg des Driscoll Clans, Dún na Long, die Ruine eines um 1460 erbauten Klosters, und die Marine Station, zu der auch ein kleines Naturkundemuseum mit Aquarium gehört. Der Höhepunkt des Inseljahres ist der dritte Sonntag im August, wenn die Boote zur traditionellen Sherkin-Regatta starten. Als beliebtes Wassersportrevier haben die Iren die Insel als Ferienort entdeckt.
          
The Skellig Islands - Na Scealga - Kerry
Die beiden Inseln Skellig Michael und Small Skellig ragen 13 Kilometer südwestlich von Valentia Island fern und unnahbar aus dem Atlantik auf. Aus jeder Perspektive und von jedem Aussichtspunkt auf dem Ring of Kerry erscheinen sie wie spektakuläre Zinnen, denen etwas Magisches anhaftet. Mit ihren berühmten, bienenkorbartigen steinernen Mönchsbehausungen aus frühchristlicher Zeit sind sie weltweit als UNESCO Weltkulturerbe bekannt. Über mehr als 500 Steintreppen, die vor 1000 Jahren in den Fels geschlagen wurden, erreicht man auf Skellig Michael die pittoreske Steinsiedlung mit phantastischem Blick über die weite See. Nahe einem Friedhof liegt die Steinkirche des Heiligen Michael. Die isolierte Stellung der archaischen Behausungen überliefert vieles über die dramatisch harten Lebensbedingungen der ersten christlichen Gemeinden. Vermutlich verließen die Mönche nach mehreren Überfällen der Wikinger die Insel im 13.Jahrhundert und sie wurde zum Pilgerort. Als Tagesausflug erreicht man Skellig Michael heute mit dem Boot. Die Überfahrt kann jedoch rau sein. Vom trockenen Boden der Festlandsküste aus lassen sich die seltsamen Inselwunder auch im Skellig Experience Centre gleich an der Valentia Island Brücke erkunden. Small Skellig ist vor allem für Ornithologen ein Paradies. Sie beherbergt eine der größten Seevögelkolonien der Welt mit 27.000 Paaren von Basstölpeln.
          
Tory Island
Wenn die Winterstürme über Donegal hinwegfegen, können die Bewohner von Tory Island bisweilen tagelang nicht zum Hauptland übersetzen. Dabei liegt die kleine Insel nur 13 Kilometer vor der Küstenlinie. Doch als die nördlichste Spitze Donegals ist sie dort starkem Wind schutzlos ausgesetzt. Das abgeschiedene Toraigh, wie sie im Gälischen heißt, ist eine Insel mit Sitten, die aus altem Brauchtum weiterleben. Als einzige Enklave in Irland ernennt man hier einen eigenen König, den Rí Thoraí, und eine Menge unabhängiger Köpfe mit kreativem Potenzial gestalten das Inselleben. Ihr Liedgut, Tanz, Musik, Sprache und Geschichtsbewusstsein sind lebendig erhaltener Ausdruck alter gälischer Kultur. Bekannt ist auch die Schule naiver Malerei, die auf den international bekannten Maler Derek Hill zurückgeht: Er unterrichtete während seiner regelmäßigen Sommerferien auf Tory alle Einwohner. Die haben es sich gemerkt und die farbenfrohe Toraigh-Kunst ihrem Repertoire der Eigenwilligkeiten als „Hausmarke“ hinzugefügt.
           
Valentia Island
Die größte der Inseln des Südwestens ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Sie birgt ein vom Golfstrom begünstigtes Gartenparadies. Der Knight of Kerry, Sir Peter George Fitzgerald, begann um 1830 den Garten seines Glanleam House mit Raritäten der südlichen Hemisphäre zu bepflanzen. Heute bestaunt man auf den naturalistischen Gartenwegen Exoten aus aller Welt und den größten Baumfarn Europas.


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